Mittwoch, 23. Januar 2019

Bochumer Polizei warnt vor üblen Erpressungen mit peinlichen Webcam-Filmchen

Es kommt immer wieder und bundesweit vor. Opfer sind in aller Regel Männer, die sich bei Dating-Plattformen anmelden und jemanden zum Flirten oder unverbindlichen Spaß suchen. Von einer jungen Schönheit hofiert und mit weiblichen Reizen gelockt, wird die Kommunikation auf ein soziales Medium gelenkt, bei dem es auch einen Videochat gibt.

Hier kommt es dann zu einem sogenannten "Sexting", in dem sich die Beteiligten gegenseitig über Webcams in "delikaten Posen" zeigen. Dieser Videochat wird dann von skrupellosen Erpressern mitgeschnitten, gespeichert und anschließend auf Online-Videoplattformen mit einem speziellen Link online gestellt.

Über diesen Link können sich zunächst nur die Geschädigten die komprimierenden Videos anschauen, wie sie - in der Regel nackt und in peinlichen Situationen - gefilmt worden sind. Gleichzeitig wird damit gedroht, diesen Film an alle "Freunde" aus der Kontaktliste zu schicken - an enge und entfernte Verwandte, an Arbeitskollegen sowie Bekannte.

Anschließend folgen Geldforderungen, die mehrere hundert Euro betragen können - schließlich ist ja aus den sozialen Medien in der Regel leicht zu entnehmen, wie es um die Einkommensverhältnisse bestellt ist. Schließlich werden die Opfer instruiert, Geld über Online-Finanzdienstleister zu überweisen. Das Geld geht dann nicht selten ins weit entfernte Ausland, wo die tatsächlichen Drahtzieher dieser kriminellen Masche sitzen. Spätestens hier enden dann die polizeilichen Ermittlungen.

Die Bochumer Polizei rät daher: "Bitte stellen sie sich bei intimen Handlungen nicht vor eine Web-Cam, bitte machen sie keine Nacktfotos von sich und versenden diese vor allem nicht an andere Personen. Unsere Welt ist schon lange digital und sie verzeiht im Zweifelsfall nicht, wenn man leichtsinnige und unüberlegte Dinge tut - lebenslang!"

(Quelle/Foto: Polizei Bochum)